Freitag, 17. Januar 2014

Wenn man sich gegen Belästigungen wehrt, ...

... dann ist das eine Belästigung für das werbetreibende Unternehmen und berechtigt es zur Drohung mit der Staatsanwaltschaft?!

Eigenartig - es sind immer jene (seriösen) Unternehmen, die mir die meisten nicht bestellten Werbemails zusenden, welche mich mit Androhung rechtlicher Schritte zur Löschung von Posts nötigen, wenn sie festgestellt haben, dass ihre unerwünschten Mails veröffentlicht wurden, anstatt sich vorher darum zu kümmern, ob sie denn vom Adressaten auch eine Einverständniserklärung erhalten haben. Diesmal geht es um die Posts mit Mails von einer Gesundheitsservices-Firma, von welcher ich nun je eine Abmahnung an beide Blogkontaktadressen erhalten habe:



[Gesundheitsservices-Firma] / Abmahnung - Löschung von unberechtigten Blogeinträgen

Sehr geehrter Blogger,
bevor wir rechtliche Schritte gegen Sie einleiten, möchten wir Ihnen die Gelegenheit geben, diese Angelegenheit gütlich zu regeln.
Offensichtlich haben Sie von uns Emails erhalten, an eine Emailadresse, die vorher einem Arzt gehört hat. Anstatt dies bei uns zu melden und um "unsubscribe" zu bitten, haben Sie mittlerweile sämtliche Newsletter-Emails veröffentlicht. Da es sich hier um interne Informationen nur für unsere Kunden handelt, müssen wir Sie im nächsten Schritt leider gerichtlich abmahnen bzw. auf Schadensersatz verklagen.
Sie beschweren sich über "Belästigungen" durch Emails, aber belästigen selbst Unternehmen durch Blogs, die nicht der Wahrheit entsprechen und die durch von Ihnen offensichtlich bewusst gewählte manipulative Überschriften dem Unternehmen schaden sollen bzw. Neugierige anziehen sollen, die Sie nicht nur in die Irre, sondern auf Ihren Blog führen wollen, um davon zu profitieren.
Dies ist ein weitaus missbräuchlicheres Verhalten im Internet als versehentlich ein Email zu bekommen, das nicht für einen bestimmt ist und dies für unlautere Werbezwecke zu verwenden.
Da Sie mit Ihren Veröffentlichungen unserem Unternehmen bewusst schaden wollen, werden wir
gezwungen sein, nicht nur strafrechtlich, sondern auch zivilrechtlich Schadensersatzforderungen gegen Sie einzufordern.
Deshalb fordern wir Sie hiermit auf, umgehend  - aber spätestens innerhalb von 3 Werktagen, also bis  Dienstag, den 21. Januar 2014 sämtliche Emails von uns auf Ihren Blogs zu löschen und uns dies schriftlich zu bestätigen.
Desweiteren geben Sie uns bitte Ihre Emailadresse, unter der Sie diese Newsletter erhalten, damit wir diese aus unserem Kundenverteiler löschen können.
Diese und weitere:
[Nicht mehr existierende Posts auf "unanne" und "succunsu"]
Sollten wir bis Dienstag keine Rückmeldung von Ihnen erhalten, dann werden wir diese Angelegenheit unverzüglich unseren Anwälten übergeben bzw. der Staatsanwaltschaft.
Mit freundlichen Grüßen
xx yyyyyy zzzzzzz
Leitung Marketing / Vertrieb


    
Meine Antwort:



Ihre Newsletter an meine Adresse


Sehr geehrter Herr xx zzzzzz, sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst einmal muss ich klarstellen, dass meine Blogs sehr wohl der Wahrheit ensprechen. Sämtliche nicht erwünschten dort veröffentlichten Emails habe ich an meine Adresse erhalten und sie zitiert. Von Ihrem Unternehmen habe ich nicht versehentlich einmal eine Email bekommen, sondern ich erhielt nach der Eröffnung meines GMX-Kontos im Mai 2013 in der Zeit vom 11.5. bis 6.10.2013 insgesamt 15 Newsletter von Ihrem Unternehmen zugesandt, von denen ich mir zunächst nicht erklären konnte, warum ich diese erhalte. Drei Emails gleichen Inhalts am Tag sind für mich eine Belästigung, egal, ob ich Arzt bin oder nicht.

Wie Sie der Einleitung zu meinem Blog entnehmen können, hatte eine Bitte um "unsubscribe" bei diversen Unternehmen zum Ergebnis, dass ich immer mehr Spam-Mails bekam. Bei den Mails von Ihrem Unternehmen war ich mir nicht sicher, ob es sich um ein seriöses Unternehmen handelt, da Domains und Adressen öfters wechselten. Ich hoffte, durch Veröffentlichung der Mails Kontakt zu den seriösen Firmen herstellen zu können, was, wie Sie dem Menüpunkt "unsubscribed" entnehmen können, in den meisten Fällen auch zum Erfolg führte. Teilweise entschuldigten sich die Unternehmen für die Belästigung. Eine Androhung rechtlicher Schritte wäre auch in Ihrem Fall nicht nötig gewesen, denn da meine Blogs keinerlei kommerziellen Hintergrund haben, dienen sie nicht dem Zwecke der Werbung.

Die Behauptung, ich würde mit den Veröffentlichungen Ihrem Unternehmen bewusst schaden wollen, ist schlichtweg falsch. Wie Ihnen vielleicht bekannt ist, wird eine Email-Adresse nach der Löschung für mindestens ein halbes Jahr gesperrt. Bei der Menge an Emails, die Sie versenden (15 Stück in fünf Monaten), müsste Ihnen doch am Rücklauf seit Herbst 2012 aufgefallen sein, dass Sie Ihre Mails an eine nicht mehr existierende Adresse senden. Doch anstatt diese Adresse aus Ihrem Verteiler zu entfernen, "beglücken" Sie den nächsten Adresseninhaber, ohne nachzuprüfen, ob dies überhaupt ein Arzt ist und ohne sich eine Genehmigung für die Zusendung Ihrer Werbung einzuholen.

Gegen diese Missstände wehre ich mich mit meinen Blogs - mein Anliegen ist weder, seriösen Firmen schaden zu wollen, noch Profit in irgendeiner Art und Weise zu erzielen.

Ihrer Aufforderung, sämtliche Ihr Unternehmen betreffende Beiträge zu löschen, bin ich nachgekommen. Die Übermittlung meiner Email-Adresse erübrigt sich scheinbar, da ich seit Oktober 2012 keine Mails mehr von Ihnen bekommen habe und Sie deshalb schon positiv unter der Rubrik "unsubscribed" eingetragen hatte.



Mit freundlichen Grüßen




Anmerkung: Ob das nun die richtigen Leute sind für das Gebiet Gesundheit? Leute, die jemandem strafrechtliche Schritte androhen, der extra darauf hinweist, dass man mit ihm in Kontakt treten möge, wenn man sich hier zu Unrecht zitiert sieht?! Vielleicht sollte man erstmal aufmerksam das Ganze zur Kenntnis nehmen, bevor man drei Zeilen eines Google-Suchergebnisses zur kompletten Wahrheit erhebt.

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